Samstag, 24. Januar 2009
Vorgestern war ich in Berlin unterwegs. Für einen Einstellungstest.

Ein zweiseitiges Ding, für einen Test sehr leicht. Ein wenig Allgemeinwissen, ein wenig Kopfrechnen, ein wenig persönliche Reaktionsweisen auf bestimmte Situationen und die Aufgabe einen Baum zu zeichnen.

Ich habe mich auf den Test nicht wirklich vorbereitet, weil ich bis dato nicht dachte, dass ich wirklich nach Berlin ziehen würde/möchte/könnte. Aber der Charme dieser Stadt und die vielen schönen Erinnerungen, die magische Anziehungskraft.... überzeugt zumindest ein wenig. Weiss zwar noch immer nicht, ob ich dort Fuß fassen könnte und glücklich sein könnte, aber das weiss ich bei keiner Stadt so richtig, nichtmal bei der, in der ich lebe.

Nachdem ich wieder in heimischen Gefilden landete, habe ich mich auch gleich ans Werk gemacht und mich per Suchmaschine über den Baumtest zu informieren. Bisher war mir dieser völlig unbekannt.

Ein klassischer psychologischer (wenn auch teils umstrittener) Test. Sie wollen also von dem von mir gezeichneten Baum auf meine momentane psychologische Verfassung schließen, meine Persönlichkeit erkennen. Das Ergebnis kann ich dennoch schlecht schätzen, je nachdem wie gründlich sie diesen auswerten, ob sie es selbst tun anhand von flattrigen Vorlagen oder einen Psychologen ans Werk lassen. Dennoch beunruhigt mich das ganze kein bißchen. Im Moment denke ich einfach, was kommt, wird schon richtig sein, was nicht kommt, ist nichts, dem man nachweinen müsste.

Der Traumjob hat sich für mich noch nicht finden lassen, weder in Anzeigen noch in Angeboten... Nichts hat mein Herz berührt oder mich aufgeweckt. Alles so ein wenig in der Schublade "weiterer Versklavungsweg" einzuordnen. Ich könnte natürlich auch völlig falsch liegen. Noch immer ist alles offen, noch immer bin ich ungebunden, noch immer bin ich U30 und noch immer bin ich frei. Eigentlich stehen mir doch alle Tore offen.... Nur was werde ich wohl damit anfangen? Wohin zieht mich mein Herz, womit werde ich glücklich, was ist nicht das kleinere Übel sondern die größere Erfüllung?

Positiv denken!




Mittwoch, 21. Januar 2009
Your Word is "Why"

You see life as complicated and intriguing. The only thing you know for sure is that you haven't figured it all out yet.
You question everything and believe very little. And whatever you believe is likely to change.

You are interested in theories, philosophies, and religions... even if you don't buy into any of them.
You are also fascinated by how things work. You'd like to understand as much in the world as possible.

gefunden auf: http://www.blogthings.com/whatsyourwordquiz/




Dienstag, 20. Januar 2009
Seit dem ich mich aus meiner letzten Versklavung befreit habe, bin ich noch immer nicht scharf drauf, wieder an einen Sklavenhändler oder Sklaventreiber zu geraten. Trotzdem muss ich das vorerst, mangels finanziellem Polster, immer wieder versuchen, auch weil man nicht drucklos frei sein darf hier und überall.

Viele Ideen brüten sich langsam aus, wie man das Leben anders gestalten kann. Nicht noch 40 Jahre für wenig und für andere wertvolle Zeit und Gedankenkraft zu opfern um am Ende doch nichts davon gehabt zu haben.

Sehr ungünstig, wenn man versucht mittels Vorstellungsverhören irgendwo in einen Konzern zu kommen, der vielleicht ein wenig anders denkt als mein letzter Sklaventreiber. Ich fühle mich gebranntmarkt und skeptisch und soll mich verkaufen so gut es geht. Der positive Nebeneffekt: ich bin nicht nervös beim Verhör, weil es kein Herzenswunsch ist, weil nicht alles mit dieser einen Karte gespielt werden muss. Noch habe ich das Gefühl als hätte ich ein AS im Ärmel, kann aber nicht genau sagen, wo es sich versteckt. Aber irgendwo ist es.

Schmerzlich ist es dennoch, wenn man ein bis zwei Stunden da sitzt, konfrontiert mit fremden Menschen, die mir gegenüber vielleicht genauso skeptisch sind, vielleicht auch auf Grund schlechter Erfahrungen, teilweise noch in der Nicht-Muttersprache Antwort und Rede stehen muss. Immer wieder penibel erklären warum und wieso ich was gemacht habe. Freundlich gestimmt, zumindest versuchen wir alle das. Im Bauch fühlt es sich aber nicht nach Wunsch an, sondern nach irgendeiner Notwendigkeit. "Augen zu und durch"... Und dann? Noch weiter die Augen geschlossen halten und Tag für Tag meditieren "durch, durch, durch, irgendwo hört es schon auf"... Diesen Zustand will ich nicht mehr.

Wenn ich eingeladen werde zu einem Verhör, dann verkleide ich mich an dem Tag, werde von der Umwelt anders wahrgenommen. Berufe mich auf meine Erfahrung und stelle mich nicht mehr hin als wär ich nichts. Denn das bin ich nicht. Werde immer offen sagen, was mir wirklich wichtig ist. Wenn es dann nichts wird, bin ich froh, denn dann war der vermeindliche Sklaventreiber anscheinend wirklich einer. Überführt so zu sagen.

Mit der Zeit ist schon Routine drin. Es gibt keine Frage mehr, die mich überrascht, es gibt keine Tests, Aussagen oder irgendwas, was mich kurz stocken lässt.

Am Ende wiege ich immer nur noch ab und versuche das kleinere Übel zu wählen...